Die Eins macht, dass aus dem Nichts alles wird.

Rechenmaschine und Binärcode bilden die Grundlage unserer modernen Computertechnologie.

Für Leibniz hat Gott die Welt nach Maß, Zahl und Gewicht erschaffen, und folgerichtig bildete Mathematik für ihn den Schlüssel zu Erklärung dessen, was die Welt im Innersten zusammenhält. Als Mathematiker lieferte Leibniz zwei wichtige Voraussetzungen zur Entstehung unserer heutigen digitalen Welt. Zum einen konzipierte er das duale Zahlensystem von Null und Eins, aus dem der moderne Digitalcode hervorgegangen ist. Zum anderen konstruierte er eine komplexe mechanische Maschine, mit der man automatisierte Rechenoperationen durchführen sollte. In jahrelanger mühevoller Kleinarbeit wurden nach der Anleitung von Leibniz zwei Modelle einer „Rechenbank“ gebaut, welche alle vier Grundrechenarten ausführen sollte. Die jüngere Maschine – zwischenzeitlich in alle Teile zerlegt – hat sich bis heute erhalten und ist in der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek zu besichtigen.

Im Sommer 1716 traf Leibniz den russischen Zaren in Bad Pyrmont und erzählte ihm von seiner Rechenmaschine. Er wollte Peter I. sogar ein Exemplar nach Russland schicken, doch dazu kam es nicht. Darüber hinaus versuchte Leibniz eine Maschine zu konzipieren, die nach dem Dualsystem von Null und Eins rechnen könnte; allerdings blieb es bei Konstruktionsplänen. Zumindest dem Prinzip nach wäre eine solche Maschine ein direkter Vorläufer des heutigen Computers gewesen. Vom Rechnen mit Nullen und Einsen erhoffte sich Leibniz, schwierige theoretische Probleme der Mathematik zu lösen. Gleichzeitig erblickte er im Binärsystem ein Symbol für die göttliche Schöpfung. Null und Eins stünden für die Erschaffung der Welt durch Gott aus dem Nichts, schrieb er enthusiastisch am 12. Januar 1697 an Herzog Rudolf August von Wolfenbüttel.

© Text: Prof. Dr. Michael Kempe

„Lieben heißt, unser Glück in das Glück eines anderen zu legen.“

Ihre Initialen einmal verschlüsselt verschicken? Ihren Namen binär nur in O und 1 schreiben? Die hochwertigen Karten in 26 verschiedenen Farbvariationen laden zum Spielen und Nachdenken ein.

Die neue Postkartenserie „Leibniz von A bis Z“, die Tobias Schreiber in Zusammenarbeit mit den Herrenhäuser Gärten entwickelt hat, ist zurzeit exklusiv nur im Schlossladen im Schloss Herrenhausen erhältlich. Öffnungszeiten bis zum 31. März 2016 von Donnerstag bis Sonntag von 11 bis 16 Uhr, ab dem 1. April täglich von 11 bis 18 Uhr.

 

 

 

Leibniz spazierte in den Herrenhäuser Gärten und arbeitete an einer Geschichte des Welfenhauses.

 

Am Hofe bekannt war Leibniz’ Talent, adelige Gesellschaften zu unterhalten und auf gelehrte Art zu zerstreuen. Kurfürstin Sophie und ihre Tochter Sophie Charlotte schätzten seine Anwesenheit im Schloss Herrenhausen und spazierten wohl auch gelegentlich gemeinsam durch die üppige barocke Gartenanlange. Berühmt ist eine Episode, wonach Leibniz 1692 im Großen Garten Carl August von Alvensleben aufgefordert haben soll, zwei identische Blätter zu finden, was dem adeligen Besucher bekanntlich nicht gelang. Leibniz wollte damit sein philosophisches Individualitätsprinzip, wonach jedes Individuum einmalig sei, demonstrieren. Berühmt geworden ist diese Episode vor allem durch einen Kupferstich von Johann David Schubert aus dem Jahre 1795. Auch wenn Sophie und Leibniz ein sehr enges intellektuelles (und platonisches) Verhältnis miteinander hatten, so entspringt die bis heute gängige Vorstellung, die Kurfürstin und der Gelehrte seien, ständig in philosophischer Plauderei vertieft, durch den Garten spaziert, doch eher einer romantisierenden Einbildungskraft der Nachwelt, insbesondere einem rückprojizierten Leibniz-Bild des bürgerlichen Geniekultes aus dem 19. Jahrhundert.

© Text: Prof. Dr. Michael Kempe

L = 01001100

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen